exposed – Kampagne 2013 der Micha-Initiative

Oktober 1, 2013 at 8:43 pm Hinterlasse einen Kommentar

Im Jahr 2013 hat sich die deutsche Micha-Initiative, ebenso wie die Internationale Micah-Challenge, an dem Projekt „exposed“ (deutsch: „Offenlegung“) beteiligt. Das Projekt soll Steuerflucht und Korruption bekämpfen und dadurch erhebliche Mittel für weltweite Armutsbekämpfung freimachen. Es ist sozusagen eine Fortsetzung der Kampagne „Licht ins Dunkel“. Diese hat ja dazu geführt, dass das Europa-Parlament und die anderen europäischen Gremien sich auf die Verabschiedung eines Rechnungslegungs-Richtlinien-Gesetzes ohne „Schlupflöcher“ geeinigt haben. So werden Gelder von grossen rohstoffverarbeitenen Konzernen in starkem Maße nicht mehr in korrupte Hände in rohstoffreichen Ländern fliessen können, sondern bei den Menschen ankommen, die dort unter harten Bedingungen arbeiten.
Hier die theologische Grundlegung für die diesjährigen „Micha“-Aktionen (kann gerne auch in Micha-Predigten oder anderen Veranstaltungen verwendet werden):
Gott will Gerechtigkeit! Gerechtigkeit zwischen ihm und den Menschen, aber auch Gerechtigkeit unter den Menschen. Die Bibel ist voll von entsprechenden Aussagen. In der Gerechtigkeitsbibel, die die Micha- Initiative in Zusammenarbeit mit verschiedenen Organisationen herausgegeben hat, sind über 3.000 Stellen markiert, die Gottes Traum von Gerechtigkeit und der Überwindung von Armut und Unterdrückung zeigen.
Wieso ist es aber so, dass Gerechtigkeit nicht verwirklicht ist auf der Erde? Gerechtigkeit, die ja nicht nur Gott will, sondern die – so könnte man jedenfalls doch denken – auch in Interesse der Menschen liegt. Aller Menschen.
Der Grund – zumindest einer der Gründe – liegt in der „Corruptio“. Das lateinische Wort „Corruptio“ bedeutet zunächst „Versuchung, Verführung“. Das ist etwas, dem Menschen immer ausgeliefert sind. Auf vielerlei Weise. Auch Jesus hat dies erlebt, als er in der Wüste war. Er hat widerstanden. Uns gelingt das oft nicht. Oft mit für uns negativen Folgen. Aber oft bringt „Corruptio“ auch Folgen für andere mit sich. Wenn Menschen ihren Versuchungen und
Verführungen nachgeben und dies auf Kosten anderer Menschen geschieht. Oft genug ganz buchstäblich „auf Kosten“ anderer Menschen.
„Corruptio“ bedeutet nicht nur „Versuchung“ und „Verführung“,  es kann auch die Bedeutung
„Verderbtheit“ oder „Verderben“ haben. Versuchung und Verführung können Verderben bringen. Für den, der sich verführen – korrumpieren – lässt, und für andere, auf deren Kosten es geschieht.
Es ist interessant, dass das lateinische Wort „Corruptio“ in den modernen Sprachen als Korruption einen Platz gefunden hat. Korruption ist nur ein Teil dessen, was Menschen als Versuchung und Verführung begegnen und Verderben bringen kann. Korruption – ein unkorrektes Handeln, ein unkorrekter Umgang mit Besitz, Macht und Geld.
Was bedeutet es, wenn „Corruptio“ heute vor allem als „Korruption“ erscheint? Könnte es nicht sein, dass gerade dieses Vergehen eine Tat ist, die in besonderer Weise Verderben bringt?
Die Bibel spricht darüber, wie Korruption und Verderben zusammenhängen. So fordert Gott in 2. Mose 23,8: „Du sollst nicht Geschenke nehmen, denn Geschenke machen die Sehenden blind und verkehren die Sache der Gerechten“. Hier geht es nicht um irgendwelche Geschenke, sondern um Formen von Bestechung. Diese Forderung steht in den sogenannten Bundesgesetzen, die den zehn Geboten folgen und die das Leben der Israeliten im Sinne Gottes regeln sollen.
Korruption, Bestechung, falscher Umgang mit Geld – das führt also dazu, dass die Dinge verkehrt sind, dass Ungerechtigkeit entsteht, dass Blindheit das Sehen unmöglich macht. Übrigens auch für denjenigen, der Korruption betreibt. Er erkennt nicht Gottes Willen für sich und die anderen, sucht auf habgierige Weise Glück und Befriedigung in materiellen Dingen wie Reichtum oder in Macht, findet aber nicht zu wirklichem Leben in gerechter Anbindung an Gott und zu anderen Menschen.
In viel stärkeren Maße wirkt sich „Corruptio“ aber auf andere aus. Ihnen wird vorenthalten, was ihnen eigentlich zusteht, mit zum Teil  immensen Folgen. Korruption und Steuerflucht (was in diesem Zusammenhang auch eine Form von Korruption ist, da man sich selbst korrumpiert und der Gemeinschaft schadet) führen dazu, dass wichtige Gelder verloren gehen – Gelder, die für die Bekämpfung von Armut und Hunger so enorm wichtig wären.
Wie sehr Gott Korruption ablehnt, wird in 5. Mose 27,25 deutlich. Dort heißt es: „Verflucht sei, wer Geschenke nimmt, dass er unschuldiges Blut vergießt!“ Verflucht – also fern von Gott sein, aus der Gegenwart Gottes vertrieben. Nicht, weil Gott nicht jeden Menschen liebt und in seiner Nähe haben möchte. Sondern weil die Tat der „Corruptio“ das Verderben selbst in sich birgt.
Nicht nur im Alten Testament wird Gottes Gebot für Gerechtigkeit unmissverständlich ausgedrückt. Jesus Christus hat die, die oft korrupt waren, in der Gesellschaft seiner Zeit dazu aufgefordert, sich nicht verführen – korrumpieren – zu lassen. Er hat Zachäus in seine Nachfolge gerufen. Zachäus, der zugibt, dass er betrogen hat, und nun das aus Habgier unrecht erlangte Geld vierfach zurückgibt. Und schon der Täufer Johannes fordert: „Nehmt nicht mehr, als euch zusteht“. In Jakobus 5 werden Menschen, die andere ausbeuten angeklagt: „Ihr Reichen, weinet und heulet über das Elend, das über euch kommt!Euer Reichtum ist verfault und eure Kleider sind zum Mottenfraß geworden; euer Gold und Silber ist verrostet, und ihr Rost wird gegen euch Zeugnis ablegen. Der Lohn der Arbeiter, die Euch die Felder abgemäht haben, der aber von euch zurückbehalten worden ist, schreit, und das Rufen der Schnitter ist zu den Ohren des Herrn der Heerscharen gekommen.“
Deftige Worte, die eines deutlich machen sollen: Zu Unrecht erworbener Besitz
ist dem Verderben ausgeliefert. Hier könnte man das gängige Sprichwort abwandeln: Korruptes Geld stinkt, es verdirbt.
Gott will keine „Corruptio“, insbesondere dort, wo anderen Menschen dadurch Schaden nehmen. Und das geschieht durch Korruption und Steuerhinterziehung in mannigfaltiger Weise. Hunderte von Milliarden Euro werden zur Befriedigung persönlicher Habgier missbraucht, Millionen Menschen – insbesondere im globalen Süden – kostet das ihre Gesundheit oder sogar ihr Leben.
Gott lehnt diese Praktiken ab. Christen sollen aber nicht nur „Corruptio“ vermeiden, sie sind auch dazu herausgefordert, sich wirkungsvoll gegen die Missstände zu engagieren, die durch die korrupten Strukturen und Taten anderer entstanden sind.
„Der Herr, Euer Gott, ist ein großer Gott, der keine Person achtet und kein Geschenk nimmt“, so wird Gottes Gerechtigkeit in 5. Mose 10,17 beschrieben. Diese Gerechtigkeit muss auch Leitbild für Menschen sein, die mit Gott leben und ein Leitbild für Gesellschaften, die sich nach Gerechtigkeit sehnen.
Michael Voss (Wuppertal)
In Wuppertal gab es in der „Micha-Woche“ verschiedene Veranstaltungen, unter Anderen spezielle „Micha“-Gottesdienste, einen Gebetsabend, sowie die „Kuh-Aktion“, bei der Konfirmandinnen und Konfirmanden der Evangelischen Kirchengemeinde Elberfeld-Südstadt und einige Erwachsene an Hand einer (Plastik)-Kuh szenisch darstellten, wie Reichtum und Armut in der Welt ungerecht verteilt sind und viele Reiche nicht bereit sind, ihren Überfluss mit den Armen dieser Erde zu teilen. Hier ein Bild der „Kuh-Aktion„:
Kuhaktion
Weiterhin kann – und soll – diese Online-Unterschriftenaktion unterschrieben werden: http://www.micha-initiative.de/mitmachen/exposed. Beim G20-Gipfel in Australien im November 2014 sollen hiermit die führenden Politiker der Welt aufgefordert werden, (weiterhin) entschiedene Massnahmen gegen Steuerflucht und Korruption zu ergreifen.
Wenn die Petition auf dem G20-Gipfel erfolgreich sein soll, ist (weltweit) eine Millionenzahl von Unterschriften notwendig.
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Gebetsabende der Evangelischen Allianz Wuppertal im Jahr 2013 Allianz-Gebetswoche 2014 in Wuppertal

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