Gedanken zu Corona/SarsCoV2/Covid19 III: Zeit und Geborgenheit

März 31, 2020 at 2:47 pm Hinterlasse einen Kommentar

Heute ist der 31. März.
Ein Viertel des Jahres ist schon wieder vergangen.
Wahrscheinlich können sich die Allermeisten noch an den Jahreswechsel erinnern. Was wir in dieser Nacht von 2019 zu 2020 gemacht haben.
Auf das beginnende Jahr haben wir mit – Jede/r wohl anders – unterschiedlichen Gefühlen geschaut.
Mit Plänen, Zielen, Vorsätzen, Hoffnungen. Oder auch Fragen, Sorgen, Unsicherheiten.
So ist das, wenn ein neues Jahr, eine Zeit beginnt.
Der Jahreswechsel. Wir kamen da gerade von Weihnachten her.
Dezember, Advent und Weihnachten sind die Zeit des Jahres, die vor mich die schönste ist. Im Grunde warte ich das ganze Jahr darauf, daß sie wieder beginnt.

Heute ist der 31. März.
Vorgestern haben wir unsere Uhren auf ‚Sommerzeit‘ umgestellt.
Viele Menschen finden das nervig.
Andere freuen sich, daß es abends länger hell bleibt.
Bei mir ist es umgekehrt. Ich hätte lieber das ganze Jahr die normale Zeit. die wir „Winterzeit“ nennen.
Viele verstehen das nicht, aber ich liebe es, wenn es früh dämmert. So wie im Dezember, in der Advents- und Weihnachtszeit schon um 16.00 oder 17.00 Uhr.
Ich gehe dann gerne in der Dämmerung durch die Elberfelder Südstadt. Da, wo ich aufgewachsen bin und lebe, und wo meine Gemeinde ist.

Die Dämmerstimmung, sanft erhellt von der weihnachtlichen Beleuchtung in den Fenstern – das gibt mir ein besonders, sehr spezielles Gefühl der Geborgenheit.

Geborgenheit. Aus meiner Sicht ist das ein, vielleicht das grösste, Grundbedürfnis des Menschen. Wir sehnen uns nach Geborgenheit. Wir brauchen Geborgenheit.
Ebenso wie das Gefühl, anerkannt und gemocht zu sein.

Anerkennung. Und Geborgensein. Das brauchen wir. Das wünschen wir uns. Danach sehnen wir uns.

Heute ist der 31. März.
Nur genau ein Vierteljahr ist es her, daß 2020 begonnen hat. Mit allen Plänen, Zielen und Hoffnungen,die wir da hatten. Vielleicht auch mit einigen Sorgen oder Ängsten.
Und nun hat sich die Welt, und letztlich unser aller Leben, so sehr verändert.
Die grösste Herausforderung seit dem 2. Weltkrieg (den die meisten von uns ja nur aus der Geschichte kennen), so sagen manche.
Wer hätte am 31. Dezember an so etwas gedacht?

Die Advents- und Weihnachtszeit – noch nicht sooo lange her – liebe ich natürlich nicht nur, weil es dann früh dämmert und mir dies eine besondere Stimmung des Geborgenseins vermittelt.

„The reason for the season“, wie man in den USA sagt, ist ja, daß Gott uns in einzigartiger Weise nahe gekommen ist. Daß er, der die ganze Welt in Seinen Händen hält, uns gleich wird. Daß er, der Allmächtige, kein ferner Gott ist, sondern uns so nahe ist wie sonst niemand, nicht einmal wir selbst.

Er liegt ungeborgen in einer Krippe. Ein König will ihn töten.

Und am Ende ist er der Verfolgung durch Menschen ausgesetzt, die um ihre Macht, und ihre Lebensgewohnheiten, fürchten.

Das führt ihn ans Kreuz. Und Er, der zugleich Gott und Mensch ist, erfährt dort den Schrecken der Ungeborgenheit und Verlassenheit. So sagt Er, obwohl Gott doch in einzigartiger Weise in ihm ist: „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“

Ungeborgen trägt Er auf Golgatha das Leid der ganzen Welt. Auch alles, was uns das Gefühl der Ungeborgenheit gibt.

Heute ist der 31. März.
Viele von uns sehen mit Sorge auf das, was kommen kann. Angst um die eigene Gesundheit; ja, auch Angst vor dem Tod; um die wirtschaftliche Zukunft.
Das hatte vor drei Monaten, das hatte zu Weihnachten keiner gedacht.

Heute ist der 31. März.
In anderthalb Wochen ist Gründonnerstag. Und Karfreitag. In diesem Jahr ohne Gottesdienste, so wie wir es gewohnt sind.

Aber Gründonnerstag, Karfreitag und Ostern sind trotzdem!

Ostern, das auf Karfreitag folgt, Ostern das alles verändert. Aber nicht so, wie die SarsCoV2-Krise unsere Gesellschaft verändert.
Sondern viel grösser. Und endgültig!
Gott ist uns nahe. Näher als je. Das, was uns trennt, ist ausgelöscht, durch Kreuz und Auferstehung.

Heute ist der 31. März.

Bald ist Ostern. Es IST, auch in unserer aktuellen Situation.

Es ist. Und bleibt. Egal, was dieser Erde und uns geschieht.

Karfreitag, Ostern, und Weihnachten, Pfingsten. Sie sind immer! Nicht nur an bestimmten Tagen.

Das soll uns Kraft geben. Und Geborgenheit.
Zu allen Zeiten (nicht nur in unseren Lieblingszeiten des Jahres). Und gerade auch in schwierigen Zeiten.

Wir wollen versuchen (nicht immer ist das einfach, nicht immer kann das wohl gelingen), uns Gottes Geborgenheit anzuvertrauen. All das, was uns bewegt. Nicht nur ‚Corona‘.

Arno Pötsch hat 1941 – also in einer extrem schwierigen Zeit, sicherlich auch viel schwieriger als heute – dieses Lied geschrieben (eg 533):
„Du kannst nicht tiefer fallen als nur in Gottes Hand, die er zum Heil uns allen barmherzig ausgespannt.
Es münden alle Pfade durch Schicksal, Schuld und Tod doch ein in Gottes Gnade trotz aller unsrer Not.
Wir sind von Gott umgeben auch hier in Raum und Zeit und werden in ihm leben und sein in Ewigkeit.“

Und in einem amerikanischen (Weihnachts-)Lied heißt es: „The hopes and fears of all the years are met in Thee (Jesus) tonight“.

Welch wunderbare Worte. Mögen sie uns zu der Geborgenheit führen, die Gott in Jesus Christus und dem Heiligen Geist zu allen Zeiten gibt!

Michael Voss, Präses Evangelische Allianz Niederrhein-Ruhr-Südems

 

 

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