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Stellungnahme zum Positionspapier der Evangelischen Kirche im Rheinland „Weggemeinschaft und Zeugnis im Dialog mit Muslimen“

Das Positionspapier der Evangelischen Kirche im Rheinland (EKiR) mit dem Titel „Weggemeinschaft und Zeugnis im Dialog mit Muslimen“ spricht drei wichtige Begriffe an: eben „Dialog“, „Zeugnis“ und „Weggemeinschaft“.

In Deutschland (ebenso wie in den meisten anderen europäischen und auch manchen aussereuropäischen Ländern) besteht heute eine multikulturelle und multireligiöse Gesellschaft. Dies ist begrüssenswert und eine Bereicherung.
Es ist selbstverständlich, dass eine „Weggemeinschaft“ der einzelnen gesellschaftlichen Gruppen und ihrer Menschen nicht nur sinnvoll, sondern notwendig ist, damit die Gesamt-Gesellschaft funktioniert und gemeinsames Leben möglich ist. So etwa beim Einsatz für würdige Lebensbedingungen, für Gerechtigkeit und Solidarität, oder gegen Extremismus. Hier sind Aufgaben, die in der jeweils dort vertretenen Sache ohne Beachtung der Weltanschauung und Religion geschehen müssen. Ebenso ist der Respekt jedem Menschen gegenüber, auch dies ohne Beachtung von Weltanschauung und Religion, Wille und Auftrag Gottes – wie es in dem Positionspapier ja auch deutlich wird.

Dies kann aber nun keinesfalls eine „Weggenossenschaft der missio dei“ bedeuten, die die „Bedeutung Jesu als Erlöser“ und „Mohammed als ‚Siegel der Propheten'“ verbindet und auf eine Ebene stellt. Zumindest der Eindruck einer solchen Option im Positionspapier ist aber schwer zu vermeiden.
Auch dort, wo Christinnen und Christen mit Menschen anderer Weltanschauung oder Religion, explizit auch mit Muslimen, in gesellschaftlichen Fragen zusammenarbeiten (und dies auch sollen), ist es christliche Aufgabe, unzweideutig auf die einzigartige Bedeutung Jesu als Erlöser in dieser Welt und der Ewigkeit hinzuweisen, und zu dieser Glaubensaussage zu stehen.
Dass dies in Wertschätzung anderer Personen und ‚auf Augenhöhe‘ geschehen muss, sollte selbstverständlich sein.

Zum „Dialog“ gehört auch das Recht, ja sogar die Pflicht, klar für seine eigene Meinung einzustehen. Nicht zuletzt, oder sogar ganz besonders, in existentiellen Fragen. Und die existentiellste Frage ist nun einmal die der Beziehung zu Gott.

Für Christinnen und Christen ist die Erfahrung und Erkenntnis, dass sich Gott in Jesus, dem Christus, in einzigartiger Form geoffenbart hat, Grundlage ihres Lebens. Die Erkenntnis, dass Gott allen Menschen in Jesus Christus Erlösung und Überwindung der menschlichen ‚Fragmentarität‘ schenken will (man kann hier auch ‚Sünde‘ sagen – die Fragemtarität bzw. Sündhaftigkeit ist ja auch heute noch das Grundleiden der Menschen, auch wenn Viele dies so nicht sehen oder formulieren würden).

Und die Erkenntnis, dass diese Offenbarung für alle Menschen gilt, egal welchen kulturellen (oder religiösen) Hintergrunds. Christlicher Glaube ist eben nicht eine religiöse Form; er ist auch nicht Humanismus; er ist die ‚personenhafte Beziehung‘ zu Gott, deren Weg nach biblischer Aussage nur mit und durch Jesus Christus geschieht (Johannes 14,6).

Dies muss immer „Zeugnis“ von Christinnen und Christen sein, klar und unzweideutig. In jedem Dialog mit Menschen, die diese Erkenntnis (noch) nicht haben. Natürlich in Wort UND Tat, Beides gehört untrennbar zusammen.
Menschen, die die durch christliches Tun konkretisierte Liebe Gottes erfahren, sollen aber auch wissen, dass diese Liebe ein Abbild und Ausfluss der Liebe ist, die Gott in Jesus Christus und seinem stellvertretenden Tod am Kreuz schenkt.

„Mission“ ist nun in der Tat ein Wort, das heute – auf Grund unbestreitbarer schlimmer Entwicklungen in der Geschichte des Christentums – missverständlich sein kann. Auch der Begriff „Missionsbefehl“ kann heute so wohl nicht mehr gebraucht werden. Ich bevorzuge für das, was Jesus seinen Nachfolgern laut Matthäus 28, 18-20, aufträgt, den Ausdruck „Missionsauftrag“. Im Sinne der Formulierung Sören Kierkegaards, der Mission als „Aufmerksam machen auf den Glauben“ definiert.

Wenn Jesus Christus seine Nachfolger im Missionsauftrag aufruft, die Menschen aller Völker zu seinen Jüngern zu machen (und zu taufen), dann ist dies eben etwas Anderes, als sie als „Schüler“ zu sehen und anzunehmen, wie das Positionspapier es sagt. Die Botschaft Jesu ist keine Philosophie, sondern, wie schon gesagt, Weg zu einer ‚personenhaften Beziehung‘ mit Gott.
Daher muss es Wunsch und Ziel von Christinnen und Christen sein, dass Andere, auch Muslime, Jesus Christus als ihren Heiland und Erlöser erkennen und annehmen. Und dies nennt man jedenfalls in traditioneller Begrifflichkeit „Bekehrung“.

Ob man dieses unabdingbare „Aufmerksam Machen auf den Glauben“ als „strategische Mission“ bezeichnet, ist sicherlich eine Frage der Definition. Ich würde es so sicherlich nicht formulieren. Wer den Missionsauftrag ernst nimmt, sieht die Menschen, denen gegenüber er oder sie diesen Auftrag erfüllt, eben nicht als „Objekte“ von Mission, sondern als von Gott geliebte Menschen, denen er diese Liebe weitergibt und nahebringt.
Das gilt auch für die Flüchtlinge, die in diesen Zeiten in grosser Zahl nach Deutschland und Westeuropa kommen. Christinnen und Christen haben die Aufgabe, ihnen durch Taten der Nächstenliebe zu helfen. Gott sei Dank geschieht das in starken Maße. Zu dieser Liebe den Flüchtlingen gegenüber gehört aber auch, sie auf Jesus Christus, den Heiland der Welt, aufmerksam zu machen.

Michael Voss, Präses Evangelische Allianz Niederrhein-Ruhr-Südems

März 18, 2016 at 9:45 pm 1 Kommentar

Pressebericht über die Regionale Allianz-Werkstatt der Evangelischen Allianz Niederrhein-Ruhr-Südems 2014

Christen sollen sich für Zwangsprostituierte einzusetzen. Dazu rief die diesjährige “Allianz-Werkstatt” der Evangelischen Allianz Niederrhein-Ruhr-Südems auf, die am 17. Mai 2014 in Düsseldorf zum Thema „Moderne Sklaverei“ stattfand. In der regionalen Gruppe sind 76 Ortsallianzen zusammengeschlossen. Ihr Vorsitzender, Präses Michael Voss (Wuppertal) sagte, dass Mitarbeiterinnen örtlicher Allianzen den oft verängstigten Frauen in Bonn, Köln, Wuppertal und Oberhausen helfen. In Wuppertal sei es beispielsweise gelungen, eine Frau aus der Zwangsprostitution zu befreien. Sie lebe nun unter einem anderen Namen im Ausland. Er hoffe, dass von dem Tag ein Impuls für weitere Städte ausgehe: „Wir haben als Christen die Verpflichtung, uns neben der Verkündigung auch für Gerechtigkeit einzusetzen.“ Darüber hinaus gebe es die Möglichkeit, Christen bei ihrer Arbeit gegen Sklaverei, Ausbeutung in Menschenhandel zu unterstützen. So habe Peter Heyderhoff (Bonn), der in Indien mit „Ashraya Ministries“ ein Hilfswerk mit Klinik und Kinderheim aufgebaut hat, von einigen Ortsallianzen in Düsseldorf finanzielle Hilfe zugesagt bekommen. Der Vorstandsvorsitzende der Menschenrechtsbewegung „International Justice Mission Deutschland“, Dietmar Roller (Berlin), berichtete, dass rund 30 Millionen Menschen in aller Welt von Sklaverei und Menschenhandel betroffen seien.

Mai 28, 2014 at 9:10 pm Hinterlasse einen Kommentar

Regionale Allianz-Werkstatt 2013 der Evangelischen Allianz Niederrhein-Ruhr-Südems

Am Samstag, den 27. April 2013,
FCSchuleDdffand in der Freien Christlichen Schule in Düsseldorf-Reisholz die vierte Regionale Allianz-Werkstatt der Evangelischen Allianz Niederrhein-Ruhr-SüdEms statt.
Das Thema der diesjährigen Werkstatt lautete:

Gottes weltweites Reich in Deutschland

Teilnehmer aus 20 der 76 Orts-Allianzen der Region waren gekommen – Menschen, die ihre Wurzeln nicht nur in Deutschland, sondern auch in anderen europäischen Ländern, in Afrika, Asien und Amerika haben.

 In seinem Eröffnungswort wies der Präses der Evangelischen Allianz Niederrhein-Ruhr-Südems, Michael Voss (Wuppertal), darauf hin, dass die gesamte Welt und damit auch alle Menschen Gott gehören und von ihm geliebt werden. Daher sind Unterschiede, wie Menschen sie oft machen, etwa nach Nationalität oder Kultur, bei Gott bedeutungslos. Zwar hat Gott jeden Menschen ganz individuell und mit besonderen Eigenschaften und Gaben geschaffen, und auch den grossen kulturellen Reichtum auf der Erde, dies darf nach Gottes Willen aber keinenfalls zu Abgrenzungen führen.
In unserer Zeit ist der ganze Reichtum dieser Welt, was Menschen und Kulturen anbetrifft, in Deutschland versammelt. Das Hiersein von Menschen aus fast allen Ländern bereichert das Leben. Dies gilt auch für die Formen des christlichen Glaubens in der konsequenten Nachfolge Jesu Christi bei Menschen aus anderen Teilen der Erde.
Aber auch das Kommen von Personen aus nichtchristlichen Traditionen oder anderen Religionen sollen Christen als Geschenk sehen – bietet es doch die Gelegenheit, diesen sozusagen “vor der Haustür” die gute Botschaft zu sagen und damit zum Aufbau von “Gottes weltweitem Reich in Deutschland” beizutragen.

MarkusSchaeferMarkus Schaefer (Düsseldorf), Landespfarrer der Evangelischen Kirche im Rheinland für Gemeinden anderer Sprachen und Herkunft, betonte, dass Gott Kirche dadurch bereichernd verändert, dass er Christen und Gemeinden aus verschiedenen Kulturen zusammenführt. Wenn deutsche Gemeinden sich mit solchen anderer Sprache und Herkunft verbinden, profitieren beide Seiten davon. Dabei kann es keinenfalls darum gehen, dass deutsche Gemeinden denjenigen aus anderen Kulturen ihre Formen aufdrücken, sondern auf Augenhöhe gegenseitig neue Impulse zu geben. So kann man gemeinsam Kirche sein, und geistliches Wachstum kann geschehen.
Grundlage muss immer Jesus Christus sein, dessen Wunsch es ist, dass alle Christen eins seien (Johannes 17,21) als viele Glieder an den einem Leib. Ähnlich formuliert es auch der Weltkirchenrat:  “Berufen zur Einheit in dem einen Herrn Christus”.
Als Landespfarrer der Evangelischen Kirche im Rheinland für Gemeinden anderer Sprachen und Herkunft führt Schäfer ein

Verzeichnis aller internationalen Gemeinden im Rheinland

IKKSchaefer berichtete vom
Internationalen Kirchenkonvent (IKK),
der regelmässig Treffen anbietet, die die Zusammenarbeit von deutschen Gemeinden und Gemeinden anderer Sprachen und Herkunft fördert. So gibt es Fortbildungsangebote (etwa den KiKK-Kurs), Fachtagungen und Sprachkurse. Auch Empfehlungsbriefe für Seelsorger in Krankenhäusern und Gefängnissen sowie für Bewerber in kirchlichen Einrichtungen, die aus nichtdeutschen Gemeinden kommen, werden ausgestellt, ebenso wie entsprechende Schreiben für Ausländerbehörden und Visa-Abteilungen. Auch bei der oft schwierigen Raumsuche für nicht-deutsche Gemeinden bietet der IKK Hilfe an.
Eine Vision Schaefers ist, dass in jeder Stadt eine “Kirche der Völker” entsteht,   in der Gemeinden und Menschen verschiedener kultureller und ethnischer Herkunft zusammenkommen und gemeinsam Gott dienen.
An der Arbeit des IKK interessierte deutsche und nicht-deutsche Gemeinden und Personen jeder Domination können sich melden bei Markus Schaefer, Evangelische Kirche im Rheinland, Landeskirchenamt Abteilung III, Hans-Böckler-Strasse 7, 40476 Düsseldorf, Telefon: 0211-4562394, Email: Markus.Schaefer@ekir-lka.de .

2411 Horst Pietzsch (Herten), Referent des Arbeitskreis für Migration und Integration (AMIN) der Deutschen Evangelischen Allianz, stellte ein neues AMIN-Heft mit dem Titel “Habt die Fremden lieb ?! – Gebet und Praxis” vor, das bei der Deutschen Evangelischen Allianz in Bad Blankenburg bestellt werden kann. Da jeder Mensch das Anrecht auf die christliche Botschaft hat, sollen deutsche und nichtdeutsche Christen in diesem Land gemeinsam ihre Gaben einbringen, um die zahlreichen nicht christusgläubigen Menschen zu erreichen. AMIN führt entsprechende Kongresse durch, Näheres ist auf der Homepage von AMIN oder bei Horst Pietzsch zu erfahren (Horst Pietzsch, Mühlenstrasse 73, 45701 Herten, Telefon: 02366-9305257, Handy: 01577-929-8238, www.amin-deutschland.de).
AMIN arbeitet passioniert, beziehungs- und praxisorientiert und will mit seinem Tun Gott ehren. Die Liebe Gottes zu allen Menschen und sein Wille, das Jeder das Heil in Jesus Christus erfährt, ist die Grundlage des Handelns von AMIN.
Pietzsch wies darauf hin, dass etwa Muslime durchaus Kontakte mit Christen wünschen. Dabei sollte man in Kontakten mit Nichtchristen nicht aggressiv oder gar überheblich sein, sondern versuchen, diesen Menschen in christlicher Liebe zu begegnen, Freundschaften zu schliessen und so Jesus in Wort und Tat vorstellen. Ebenso wichtig freilich ist, keine “Kompromisse” in Glaubenswahrheiten einzugehen, sondern klar und eindeutig das Evangelium zu verkündigen und zu ihm in allen Punkten zu stehen.
Inzwischen haben etliche Muslime in Deutschland zum Glauben gefunden. Pietzsch bat darum, für diese Menschen, für die noch nicht Glaubenden und für die Arbeit von AMIN zu beten.

RichardAidooRichard Aidoo (Düsseldorf), Mitglied des Hauptvorstandes der Deutschen Evangelischen Allianz und Pastor der New Life Church (Düsseldorf), in der sich Menschen aus 41 Nationalitäten versammeln und jeden Sonntag sechs Gottesdienste in verschiedenen Sprachen stattfinden, sprach zu den Teilnehmern der Regionalen Allianz-Werkstatt von seiner Vision, dass es überall in Deutschland (wieder) volle Kirchen gebe. Aidoo sagte, dies sei ein Gebetsanliegen von ihn, getragen von der Liebe zu Deutschland und die hier lebenden Menschen. “Mein Haus soll ein Bethaus sein für alle Völker” – für die Erfüllung dieser Aufforderung Jesu (aus Markus 11) zu wirken, ist der Auftrag der Christen.
Dazu ist es notwendig, offen und herzlich auf Menschen zuzugehen und bei jeder passenden Gelegenheit das Gespräch zu suchen, um auf ungezwungene Weise ins Gespräch über Gott zu kommen. Etwa im Zug oder anderen öffentlichen Verkehrsmitteln, wo man, anstatt aus dem Fenster zu starren, Mitreisende in freundlicher Form auf etwas ansprechen könne und von da aus auf den Glauben zu kommen.
Eine besondere Bedeutung kommt dem Gebet zu. Wenn Christen für andere Menschen beten, werden sie auf eine geistliche Weise eins mit ihnen. Würden alle Christen für eine Erweckung in Deutschland beten, ist Aidoo überzeugt, würde es diese geben.
Christen in Deutschland haben nach Aidoos Beobachtung oft Angst, etwa vor einer “Islamisierung”. Diese Angst kann aber davon ablenken, das zu tun, was Gott will, nämlich zu anderen, speziell auch zu Muslimen, freundlich zu sein und so etwas von Gottes Menschenliebe zu zeigen.

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Während der Regionalen Allianz-Werkstatt traten zweimal “Mimi’s Angels” auf, eine Gruppe junger Frauen (und ein junger Mann) aus der afrikanischen Gemeinde
International Blessed Ministry” (Wuppertal), die die Teilnehmer mit Gospelmusik erfreute.

Die Veranstaltung endete mit einer Gebetsgemeinschaft und Dank an die Freie Christliche Schule Düsseldorf als Gastgeber und ihre Mitarbeiter (Hausmeister und Küche), die einen reibungslosen Ablauf der Allianz-Werkstatt mit ihren grossen Einsatz erst möglich machten.

Dezember 1, 2012 at 9:45 pm Hinterlasse einen Kommentar

Bericht über die Regionale Allianz-Werkstatt am 12. Mai 2012 in Düsseldorf

Am Samstag, 12. Mai 2012, fand in der Freien Christlichen Schule in Düsseldorf-Reisholz die 3. Regionale Allianz-Werkstatt der Evangelischen Allianz Niederrhein-Ruhr-Südems statt.
Thema der 3. Regionalen Allianz-Werkstatt war „Leben“ – Leben in all seinen Facetten, von der Zeugung bis zum Tod.

In seinem Eröffnungswort las der Präses der Evangelischen Allianz Niederrhein-Ruhr-Südems, Michael Voss (Wuppertal), Worte aus Psalm 139: „Du, Gott, hast meine Nieren bereitet und mich im Mutterleib gebildet. Ich danke Dir dafür, dass ich wunderbar gemacht bin; wunderbar sind Deine Werke, das erkennt meine Seele. Mein Gebein war Dir nicht verborgen, als ich im Verborgenen gemacht wurde, als ich unten in der Erde gebildet wurde. Deine Augen sahen mich, als ich noch nicht bereitet war, und alle meine Tage, die noch werden sollten, waren schon in Dein Buch geschrieben“.
Dieser Text mache deutlich, dass Gott das Leben jedes Menschen von Anbeginn aller Zeiten her kennt – schon lange, bevor unsere Existenz beginnt. Diese Existenz beginnt mit der Zeugung, dem Gebildetwerden in Mutterleib, nicht erst in einer willkürlich festgesetzten Phase der Schwangerschaft oder mit der Geburt. Deswegen sei auch eine Änderung des Sprachgebrauchs nötig: Schwangere seien keine „werdenden Mütter“, sondern Mütter, und ungeborene Kinder kein „werdendes Leben“, sondern vollwertige Menschen.
Gott begleitet unser Leben, von der Zeugung bis zum Tod, und auch darüber hinaus – und zwar jeden Tag, ja, jede Sekunde. Jedes Leben, ob ungeboren oder geboren, ob gesund oder gehandicapt, ob jung oder alt, ist Gott unendlich wichtig und muss es daher auch Christinnen und Christen sein, so Voss.

Bernd Katzschner (Sebnitz) von „Kaleb – Kooperative Arbeit Leben ehrfürchtig bewahren“  belegte in seinem Vortrag mit beeindruckenden Bildern von Kindern in ihren ersten 9 Lebensmonaten im Mutterleib, dass Leben mit der Zeugung beginnt. Schon nach wenigen Wochen sind Kopf, Rumpf, Arme und Beine sowie innere Organe der ungeborenen Kinder weit ausgebildet und erkennbar. Auch schockierende Bilder von durch Absaugung oder Ausschabung abgetriebenen Kindern ersparte Katzschner den Teilnehmenden der Allianz-Werkstatt nicht. Bei beiden Methoden werden die Ungeborenen ohne Betäubung zerrissen oder zerschnitten. Dass es sich hier nicht um „Zellklumpen“ handelt, sondern um empfindungsfähige Menschen, zeige sich auch daran, das bei einer Abtreibung der Herzschlag der Kinder extrem ansteige – wie bei allen Menschen in Stress- und Gefahrensituationen.
Auch Katzschner kritisierte den Sprachgebrauch in Bezug auf ungeborenes Leben und Abtreibung. So werde häufig von „Schwangerschaftsunterbrechung“ geredet – eine Unterbrechung schliesse aber die Möglichkeit der Weiterführung des Unterbrochenen ein, wohingegen eine Abtreibung ein Leben unwiderruflich beende.
Die Arbeit von Kaleb beschrieb Katzschner als begleitend und Mut zum Leben machend. Durch Beratungsgespräche möchte Kaleb Frauen in Konfliktsituationen ermutigen, sich für das Leben des Kindes zu entscheiden – wobei es häufig Widerstand aus dem Umfeld der Frauen, oft auch durch den Partner, gibt.
Die Beratung sei eindeutig für das Leben ausgerichtet, daher gebe auch nicht den „Schein“, der – wie gesetzlich geregelt – nach Beratungen zur Abtreibung berechtige. Einige Frauen seien darüber zwar enttäuscht, in der Regel seien sie aber offen für die ProLife-Argumente.
Neben dieser Beratung unterstützt Kaleb Frauen bei ungeplanten Schwangerschaften, begleitet Frauen aber auch nach Abtreibungen.
Zur Arbeit von Kaleb gehört ebenfalls, in der Öffentlichkeit (etwa durch Informationsstände) und in Schulen über Abtreibung und Alternativen hierzu informieren und aufklären. Weiterhin setzt sich Kaleb für eine kinder- und familienfreundliche Gesellschaft ein.

Sabine Stadermann (Marburg) von „Perspektivforum Behinderung“, einem der elf Arbeitskreise der Deutschen Evangelischen Allianz, machte deutlich, das gehandicapte Menschen insbesondere Teilnahme wünschen und als gleichwertige Mitglieder der Gesellschaft, und auch christlicher Gemeinden, anerkannt sein möchten. Dabei solle es nicht um Integration gehen, so gut diese auch gemeint sei, sondern um Inklusion. Bei letzterer werde der gehandicapte Mensch als gleichwertiger Partner auf Augenhöhe gesehen, während Integration eher die Einbindung in von Nicht-Gehandicapten geprägte Strukturen bedeute. „Behindert“ ist im Übrigen jeder Mensch, ob körperlich, geistig, psychisch, moralisch oder auf andere Weise. Niemand ist perfekt vor Gott, sondern durch seine Fragmentarität auf die Gnade Gottes angewiesen.
Und Gott möchte alle Menschen in seiner Gemeinde haben. Gerade die Schwachen, die mit Einschränkungen und Defiziten, sind eingeladen. Der Kirche fehle etwas, wenn die Menschen mit einem Handicap nicht in Gemeinden zu finden sind, denn sie sind ein Teil der konkreten Gemeinde. „Eine Gemeinde ohne Behinderte ist behindert“,
Stadermann, selbst erblindet, berichtete von der Arbeit des „Perspektivforum Behinderung“. Es wird Erfahrungsaustausch zwischen Christen mit Behinderung und auch mit Angehörigen, die Betroffene in ihren Familien haben, ermöglicht. So kann man gegensetiig Unterstützung und Ermutigung geben. Ein weiteres Ziel des Perspektivforum ist, behinderten Menschen die gute Nachricht von Jesus Christus zu bringen und ihnen so neue Lebensperspektiven zu geben.
Das Perspektivforum Behinderung arbeitet beim „European Disability Network“ mit.

Stephanie Hahn (Langenfeld) von der „Hospizbewegung St.Martin“ gab einen Einblick in die Arbeit mit Menschen, die am Ende ihres irdischen Lebens stehen. Hahn beschrieb sehr eindrücklich die Notwendigkeit dieser Arbeit, in dem sie konkrete Situationen schilderte, in denen die 1995 gegründete ambulante Hospizbewegung tätig ist. Ein wichtiger Grundsatz sei hierbei, die Bedürfnisse und Wünsche der kranken und sterbenden Menschen in den Mittelpunkt zu stellen und nicht die eigenen Vorstellungen, wie Hilfe und Unterstützung aussehen kann.
So ist dann auch das Selbstverständnis der Hospizbewegung St. Martin: „Wir wollen ein wenig von unserer Zeit dort verschenken, wo Menschen krank und allein sind; wo Niemand mehr Zeit und Ruhe hat, einfach mal zuzuhören; wo pflegende Angehörige einmal vorübergehend abgelöst werden möchten, um selbst zu entspannen, usw.“.
Jede Begleitung Sterbender und ihrer Angehörigen sei individuell und einzigartig, deshalb kann es auch keine feste „Regeln“ für diesen Dienst geben. Es gehe darum, empathisch – und mit Gottes Hilfe – zu erkennen, was dem bzw. den konkreten Menschen gut tut, was natürlich auch Gebet und das Sprechen über Tod und Ewigkeit einschliessen könne. Dies kann allerdings Menschen nicht aufgezwungen werden. Das Gebet für sterbende Menschen und ihr Umfeld werde freilich seine Wirkung nie verfehlen.
Die Hospizbewegung St. Martin möchte über die konkrete Begleitung Sterbender auch erreichen, dass sich Menschen mit dem Gedanken an Sterben und Tod als unabdingbar zum Leben gehörend vertraut machen und die Endlichkeit des irdischen Lebens nicht verdrängen, wie es häufig geschieht.
Auch Organisation von Schmerzherapie, Trauerbegleitung für Hinterbleibende und die Vorbereitung und Durchführung von Gedenkgottesdiensten, gemeinsam mit Gemeinden, gehört zum Tätigkeitsbereich der Hospizbewegung St. Martin.

Die Regionale Allianz-Werkstatt endete mit einer Gesprächsrunde unter der Fragestellung: „Was können wir konkret tun, um Leben wert sein zu lassen?“ – Leben in all seinen Facetten, von der Zeugung bis zum Tod.
Es wurden fünf Punkte herausgearbeitet:
– Gebet für verstärkte Wertschätzung des Lebens, insbesondere das ungeborene, das gehandicapte und das zu Ende gehende Leben.
– Das persönliche Engagement im Umfeld, wo derartige Situationen auftreten.
– Das Engagement in Organisationen und Bewegungen, die sich für das Leben einsetzen.
– Politische Arbeit, etwa Politiker (Abgeordnete vor Ort) daraufhin anzusprechen, durch entsprechende Gesetzgebung das Leben Ungeborener, Behinderter und Sterbender zu schützen und deren Lebensbedingungen zu verbessern.
– Schliesslich auch die finanzielle Unterstützung von Organisationen, die sich für das Leben einsetzen.

Auch im Kontext letzterer Möglichkeit sind hier die Kontaktdaten, aber auch die Kontoverbindungen (für Spenden) der Organisationen angegeben, die sich an der Regionalen Allianz-Werkstatt beteiligt haben:

KALEB
Fehrbelliner Strasse 99
10119 Berlin
Tel.: 030-44058866
Email: info@kaleb.de
Internet: //kaleb.de
Bankverbindung: Konto 176699
Evangelische Darlehnsgenossenschaft e.G.
BLZ 210 602 37

Perspektivforum Behinderung
c/o Stephan Dührkop
Rieckweg 1a
21502 Geesthacht
Tel.: 04152-4781 oder 0321-21338435
Email: postan01@duehrkop.de
Internet: //www.perspektivforum.org
Bankverbindung: Deutsche Evangelische Allianz
Stichwort: Perspektivforum Behinderung
Konto: 416800
Evangelische Kreditgenossenschaft
BLZ 520 604 10

Hospizbewegung St. Martin e.V.
Klosterstrasse 32
40764 Langenfeld
Tel.: 02173-856560
Email: hospizbewegung-langenfeld@t-online.de
Internet: //hospizbewegung-langenfeld.net
Bankverbindung: Konto 256255
Stadtsparkasse Langenfeld
BLZ 375 517 80

März 2, 2012 at 10:00 pm Hinterlasse einen Kommentar

Bericht von der Regionalen Allianz-Werkstatt der Evangelischen Allianz Niederrhein-Ruhr-Südems am 5. März 2011 in Düsseldorf

Am 5. März 2011 fand in der Freien Christlichen Schule in Düsseldorf-Reisholz die zweite „Regionale Allianz-Werkstatt“ der Evangelischen Allianz Niederrhein-Ruhr-Südems statt. Die Region umfasst ein Gebiet zwischen Bonn im Süden, Aachen im Westen, Iserlohn im Osten und Meppen im Norden. Rund 80 Teilnehmer aus 23 Orts-Allianzen waren nach Düsseldorf gekommen.

In der Eröffnungsrede zur Allianz-Werkstatt, die unter dem Thema „Gesamtheitliche Mission“ stand, wies der Präses der Evangelischen Allianz Niederrhein-Ruhr-Südems, Michael Voss (Wuppertal), darauf hin, daß die Bibel selbst den eindeutigen Auftrag gibt, die gute Botschaft sowohl im Wort als auch durch die Tat weiterzugeben. Menschen leben in der Dunkelheit dieser Welt und fliehen oft zu Irrlichtern, die bald wieder verlöschen und keinen wirklichen Lebenssinn geben können. Christen können auf den, der von sich selbst sagt, daß er das Licht der Welt ist, aufmerksam machen, indem sie ihren Glauben bekennen und durch ein sich den irdischen Nöten der Menschen zuwendendes Leben diesen Glauben sichtbar machen.

Alexander Garth, Pastor der „Jungen Kirche Berlin“, der das Hauptreferat hielt, berichtete von seiner Arbeit in einem Stadtteil Berlins, in dem nur wenige Menschen einer Kirche angehören oder Bezug zum christlichen Glauben haben. Durch offene Gottesdienstformen und eine Arbeit, die den Menschen, so wie er oder sie ist, in den Mittelpunkt stellt, gelingt es, auch bei ehemaligen Atheisten,Interesse für Jesus Christus zu wecken. Jeder ist bei den Gottesdiensten und Veranstaltungen sowie bei der Mitarbeit willkommen, auch Menschen, die noch keine Glaubensentscheidung getroffen haben. Die in Gemeinden oft übliche Reihenfolge „Behave – Believe – Belong“ wird in der Jungen Kirche Berlin umgekehrt. Durch das Erleben von Anerkanntsein und Zugehörigkeitsgefühl kann Glaube entstehen und dann zu einem „Paradigmenwechsel“ und Änderung des Lebensstils führen.

Garth wies darauf hin, daß die meisten Menschen durch persönliche Beziehungen zu Christen zum Glauben finden. Daher ist es Aufgabe von Christen, glaubwürdig zu leben, damit Fernstehende Interesse an dieser Art zu leben entwickeln.

Wichtig ist, Nicht-Glaubende nicht als „Bekehrungsobjekt“ zu sehen, sondern sich für sie als Menschen und für ihr Leben zu interessieren. Bei gemeinsamen Freizeitaktivitäten kann Christsein, ohne moralisierend zu wirken, glaubhaft gelebt werden, auf diese Weise ergeben sich oft Möglichkeiten zum Gespräch über Gott.

Daher sollen Christen sprachfähig sein, um Suchenden über ihren Glauben und über das, was ihnen daran wichtig ist, Auskunft geben zu können. Dies muß in einer undogmatischen Sprache geschehen, die „säkulare“ Menschen verstehen.

Menschen beginnen sich aus drei Gründen für Gott den Glauben zu interessieren: auf Grund der Jeden innerlich bewegenden Frage nach dem Sinn des Lebens; durch das vorgelebte Zeugnis von Christen; und durch ein vom Heiligen Geist gewirktes „persönliches Pfingsten“.

Als gute (Einstiegs)-Frage gegenüber (noch) nicht-glaubenden Menschen empfiehlt Garth: „Was glaubst Du, was ich glaube?“. So können auch Klischees und falsche Vorstellungen über das Leben als Christ erkannt und geklärt werden.

Die Erlebnis-Orientierung unserer Zeit bringt verstärkt mit sich, so Garth, daß Menschen fühlen und spüren wollen, was ihr Leben – oder das Leben Anderer – ausmacht. Daher ist es wichtig, daß nicht-glaubende Menschen ganz praktisch spüren und erleben, daß Gott bei und unter Christen lebendig ist.

Am Nachmittag stellen sich sechs Initiativen aus der Region vor, die auf verschiedene Weise in ganzheitlicher Form ihren Glauben leben und weitergeben:

Café Knicklicht: http://www.cafe-knicklicht.de/

Treffpunkt Leben: http://treffpunkt-leben.com/

Gefährdetenhilfe Scheideweg: http://www.gefaehrdetenhilfe.de/

Vohwinkler Kindertafel: http://www.kinder-tafel-vohwinkel.de/

Christliche Lebensgemeinschaft Bonn / Rhein-Sieg: http://www.christliche-lebensgemeinschaft.de/

Kinder-Evangelisationsbewegung: http://www.keb-de.org/
http://www.keb-ruhrgebiet.de/
http://www.chris-sorgentelefon.de/

Zum Abschluss der Regionalen Allianz-Werkstatt sprach Wilfried Roskamp (Remscheid) zu dem Thema „Wie finden wir als Gemeinde unser diakonisches Projekt – Projektentwicklung in der Gemeinde“.

Durch Gebet wird ein neuer Blick auf das Umfeld und die Ort bestehenden Situationen ermöglicht, die Wahrnehmung ändert sich durch Gottes Einfluß. Oft geschieht bereits viel „Diakonie im Kleinen“, nicht selten durch „Einzelkämpfer“. Solche Aktivitäten können Anstoß zu einem von einer Gemeinde in Gebet und Tat unterstütztem Projekt sein.

Durch Wahrnehmung des Umfelds ist eine Situationsanalyse möglich, die klärt, wo Menschen praktischer, von der Liebe Gottes getriebener Hilfe bedürfen. Die Gemeinde legt sich auf Grund dieser Analyse unter Gebet auf eine Zielgruppe und eine Idee missionarisch-diakonischen Handelns fest. Ein Arbeitskreis kann  Informationen sammeln, Bedingungen klären und ein Konzept erstellen, das in den verschiedenen Gemeindegremien besprochen wird. Die Gemeinde gibt dann die Beauftragung für ein Projekt, Mitarbeiter (auch neue, die hierdurch Interesse an Gemeinde und Glauben gewinnen) werden gefunden. Nach einer Testphase, etwa nach einem Jahr, findet eine Auswertung statt. Es gilt darauf zu hören, ob Gott ein „Ja“ oder ein „Nein“ zu diesem Projekt gibt.

Regional-Werkstätten der Evangelischen Allianz Niederrhein-Ruhr-Südems sollen künftig jährlich im Frühjahr stattfinden.

Januar 8, 2011 at 11:47 pm Hinterlasse einen Kommentar


Evangelische Allianz Wuppertal

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