Posts tagged ‘Micha-Initiative Wuppertal’

Rückblick zum bundesweiten Micha-Vernetzungstreffen 2014 in Wuppertal:

Vom 11. bis 13. April 2014 fand in Wuppertal (in der Lutherkirche Ronsdorf) das diesjährige bundesweite Vernetzungstreffen der Micha-Initiative statt. Das Thema lautete: „In was für einer Welt wollen wir leben?„. Angesichts der Tatsache, dass 2015 vor der Tür steht, ging es um zwei Fragen: Hat die Weltgemeinschaft und haben wir wirklich alles gegeben, um weltweit Armut zu bekämpfen, wie es in den UN-Millenniumszielen versprochen wurde? Zum anderen: Mit welchen Ansätzen und Zielen wollen wir uns nach 2015 gegen Armut und für Gerechtigkeit engagieren?

Das war das Micha-Vernetzungstreffen in Wuppertal

John Wesley Kabango, Pastor der anglikanischen Kirche und Afrika-Referent der Vereinten Evangelischen Mission (VEM) in Wuppertal, sprach in seinem theologischen Referat „Eine Welt ohne Armut – Gottes Traum, unser Traum?“ über die unterschiedlichen Aspekte von Armut und den damit verbundenen biblischen Auftrag, den Christinnen und Christen haben.

Dr. Nicole Rippin vom Deutschen Institut für Entwicklungspolitik (DIE) referierte zu den Plänen der Vereinten Nationen, bis 2030 extreme Armut komplett zu beseitigen und weitere Nachhaltigkeits- und Entwicklungsziele aufzustellen. Dabei ermutigte sie die Teilnehmenden des Vernetzungstreffens, gemeinsam zu überlegen, welchen Beitrag zivilgesellschaftliche Gruppen – und insbesondere Gemeinden – bei der Ausarbeitung und Umsetzung der neuen Entwicklungsagenda leisten können.

Darüber hinaus gab es Workshops und Seminare zu verschiedenen Themen (von Nachhaltigkeit über Kinderarbeit bis hin zu Evangelisation und Engagement) sowie viel Zeit, sich zu vernetzen und auszutauschen und auch gemeinsam vor Gott zu kommen.
Hier kann man in die Sessions hineinhören und -lesen: http://www.micha-initiative.de/mitmachen/abgeschlossene-aktionen/vernetzungstreffen-2014

  • Freitag Abend | Podiumsdiskussion (Moderation: Lydia Schubert): „Eine Welt ohne Armut: Wo stehen wir?
  • Samstag Vormittag | Referat (John Wesley Kabango): „Eine Welt ohne Armut: Gottes Traum, unser Traum?
  • Samstag Vormittag | Workshop (Dorothea Kohlmeier): „Eine Welt der Nachhaltigkeit: Hoffnung für den gesamten Planeten
  • Samstag Vormittag | Workshop (Antje Weber): „Eine Welt ohne Kinderarbeit: Chancen und Herausforderungen
  • Samstag Vormittag | Workshop (Petra Bald & Vicky Pauschert): „Eine Welt mit fairen Handelsbedingungen: Wie sich Christen dafür engagieren
  • Samstag Vormittag | Workshop (Andreas Schuß): „Eine Welt ohne Armut: Wie uns Jesaja 58 herausfordert
  • Samstag Nachmittag | Referat (Dr. Nicole Rippin): „Eine Welt ohne Armut: Die Pläne der Vereinten Nationen bis 2030
  • Samstag Nachmittag | Kampagnenvorstellung (Alexander Gentsch & Michael Voss): „Eine Welt mit fairen Arbeitsbedingungen: Die Kampagne 2014

Mai 28, 2014 at 8:54 pm Hinterlasse einen Kommentar

„Kuh-Aktion“ der Micha-Initiative in Wuppertal

KuhaktionAm Dienstag, 15. Oktober, stellten im Rahmen der „Micha-Woche“ 2013 der Micha-Initiative Konfirmandinnen und Konfirmanden der Evangelischen Kirchengemeinde Elberfeld-Südstadt an Hand einer (Plastik)-Kuh dar, wie Reichtum und Armut auf dieser Welt ungerecht verteilt sind und oft die Reichen nicht bereit sind, den Armen von ihrem Besitz abzugeben – dies nicht nur im privaten Ungang, sondern insbesondere auch im globalen Kontext von reichen und armen Ländern. Die Aktion stand im Zusammenhang der Kampagne „EXPOSED“, mit der die weltweite Micha-Initiative sich gegen Korruption und Bestechlichkeit usspricht, durch die jährlich viele Milliarden Euro in obskuren Kanälen verschwinden. Geld, mit dem viel Not und Hunger auf der Erde beseitigt werden könnten.

Im Rahmen der Aktion „Send a cow“ wurde ausserdem Geld gesammelt, mittels dessen 11 Kühe an Familien in Afrika gegeben werden konnten

Dezember 3, 2013 at 8:40 pm Hinterlasse einen Kommentar

Kampagne „Licht ins Dunkel“ der Micha-Initiative erfolgreich

Im Frühjahr 2012 hat die Micha-Initiative Deutschland (Arbeitskreis der Deutschen Evangelischen Allianz) die Kampagne „Licht ins Dunkel – Mehr Transparenz im Rohstoffhandel“ durchgeführt.

Unter Anderem durch Emails an Europa-Abgeordnete und eine Postkartenaktion, bei der sich auch zahlreiche Wuppertalerinnen und Wuppertaler beteiligt haben, forderte die Micha-Initiative im Namen Gottes und aus christlicher Verantwortung die konsequente Umsetzung eines geplanten Gesetzes zu diesem Thema. Speziell geht es darum, dass (westliche) Firmen, die in Ländern mit meist grosser materieller Armut Rohstoffe wie etwa Coltan ausbeuten, darlegen sollen, welche Geldsummen sie in diese Länder transferieren. Damit soll vermieden werden, dass (wie bisher häufig) diese Gelder in den Taschen der Elite der rohstoffreichen Länder fliessen.

Wenn Rohstoffkonzerne offen legen müssen, wie viel Geld sie zahlen, um sich Zugang zu Rohstoffen zu verschaffen, können Bürgerinnen und Bürger in Entwicklungsländern von ihren Verantwortungsträgern Rechenschaft fordern. Allein in Afrika wird der Schaden, den Korruption anrichtet, auf jährlich 148 Milliarden US-Dollar geschätzt. Wenn dieses Geld für Armutsbekämpfung und nachhaltige Entwicklung eingesetzt werden würde, könnten die Millenniumsziele erreicht und Millionen von Menschen zu einem menschenwürdigeren Leben verholfen werden.

Am 20. März 2012 konnten Vertreter der Micha-Initiative Deutschland zusammen mit Gleichgesinnten aus anderen europäischen Ländern in Brüssel die unterschriebenen Postkarten der Ratspräsidentschaft der Europäischen Union überreichen. Ausserdem gab es Gespräche mit mehr als 20 Europa-Abgeordneten verschiedener Fraktionen und Nationalitäten.

Das Bild zeigt die deutschen „Micha“-Vertreter vor dem Plenarsaal des Europaparlaments. Von links: Tobias Klug,Katja Hofmeister, Marcel Redling, Alexander Gentsch, Michael Voss.

Am 23. April 2012 kam es dann zu einem Treffen zwischen Klaus-Heiner Lehne, dem Vorsitzenden des Rechtsausschusses des Europäischen Parlaments, und Michael Voss, Mitglied des leitenden Arbeitskreises der Micha-Initiative Deutschland. Hierbei ging es erneut um das geplante Gesetz für mehr Transparenz im Rohstoffhandel, für das Klaus-Heiner Lehne massgeblich verantwortlich ist.

Schwerpunkt des Gesprächs war ein Passus in der Gesetzesvorlage, der nach Auffassung der Micha-Initiative Deutschland dieses Gesetz letztlich wirkungslos machen würde. In diesem Passus heisst es: „Dieser Bericht (der Rohstoffkonzerne über die Zahlungen an die rohstoffreichen Länder) schließt Zahlungen an staatliche Stellen in einem Land aus, in dem die Offenlegung dieser Zahlungen eindeutig durch in diesem Land geltende Strafrechtsbestimmungen verboten ist.“ Mit anderen Worten: Wenn (korrupte) Regierende eines rohstoffreichen Landes ein Gesetz gegen die Offenlegung der Zahlungen erlassen würden – und das würden sie natürlich tun – würde diese Offenlegung nicht stattfinden und das geplante Gesetz damit bedeutungslos.

Klaus-Heiner Lehne erklärte im Rahmen seines Gespräches mit Michael Voss, dass er dies genau so sehe, und dass er sich für eine Streichung des genannten Passus einsetzen werde.

Michael Voss und Klaus-Heiner Lehne MdEP

Somit hat die Kampagne „Licht ins Dunkel“ erhebliche Wirkung gezeigt, um mehr Gerechtigkeit in weltweiten Rohstoffhandel zu erreichen. Und ebenso hat sich gezeigt, dass sich Engagement – und wenn es ’nur‘ eine Unterschrift auf einer Postkarte ist – lohnt!

Weiteres Gebet, dass die geplante Verabschiedung des Gesetzes im Herbst 2012 wirklich in positiver Weise (und ohne den einschränkenden Passus) geschieht, ist allerdings weiter nötig!

April 26, 2012 at 9:21 pm Hinterlasse einen Kommentar

Aktion „Eine Schale Reis“ (Micha-Initiative)

Die Micha-Initiative, ein Arbeitskreis der Deutschen Evangelischen Allianz, unterstützt aus christlicher Verantwortung die „Milleniumsziele“ der UNO zur Überwindung von extremer Armut und ihrer Folgen sowie zur Herstellung globaler Gerechtigkeit.

Daher führt die Micha-Initiative die Aktion „Eine Schale Reis“ durch.

Dabei geht es darum, daß Menschen in einem bestimmten Zeitraum – von einem Tag bis zu einer Woche – täglich nur eine Schale gekochten Reis zu sich zu nehmen (dazu kommen natürlich Getränke).

Warum dies? Rund 1 Milliarde (!) Menschen haben nur eine Schale Reis oder ein entsprechendes Pendant pro Tag zur Ernährung zur Verfügung. Was als Folge mit sich bringt, daß täglich weltweit 50.000 Menschen an Hunger und seinen Folgen sterben.

Das ist nicht Gottes Wille!

Durch Beteiligung an der Aktion „Eine Schale Reis“ soll

1) ein Zeichen der Solidarität mit den Ärmsten dieser Welt gesetzt werden

2) zumindest für einen Tag ansatzweise nachempfunden werden, was Menschen in derartigen Armut- und Hungersituationen (tagtäglich) erleben

3) das beim Nahrungsmittelerwerb eingesparte Geld (eine Schale Reis kostet wenige Cent, die in Deutschland übliche Nahrung einer Person am Tag ca. 5 €) Organisationen zur Verfügung gestellt werden, die sich im Sinne der Micha-Initiative gegen Armut engagieren (Beispiele: Oikocredit, Kindernothilfe, Christoffel-Blindenmission, Compassion und viele Andere)

4) politisch und wirtschaftlich Verantwortliche öffentlich zur Teilnahme an der Aktion aufgefordert werden – auch, um deren Bereitschaft zur Durchsetzung des 0,7%-Ziels zu vergrössern.

Wer hier mitmachen möchte (als Privatperson oder in Rahmen einer Gemeinde, Organisation oder Gruppe), melde sich bitte bei Michael Voss, Telefon: 0157-86770177, Email: evallianzwuppertal@hotmail.de.

September 20, 2011 at 10:01 am Hinterlasse einen Kommentar

„Micha“-Kurs „Just People?“ und „Micha“-Kinderkurs der Micha-Initiative

Endlich ist er da: Der „Just People?“-Kurs, den die Micha-Initiative Deutschland in Kooperation mit der schweizerischen Schwesterkampagne entwickelt hat. „Just People?“ möchte dazu herausfordern, mit Gott von einer gerechteren Welt zu träumen und globale Nächstenliebe ganz praktisch werden zu lassen.

Der Kurs soll ein Wegbegleiter sein – für Gemeinden, Hauskreise, Jugendgruppen oder einzelne Personen. In sechs spannenden und herausfordernden Kurseinheiten zu je 120 Minuten wird das Thema Armut und Gerechtigkeit aufgerollt: Den Kern jeder Kurseinheit bildet ein Referat, ergänzt von vielen kreativen und abwechslungsreichen Elementen. Der Kurs stellt Fragen und schafft Raum für Diskussionen und Austausch. Fester Bestandteil ist die „Just People?“-Aktion, die alle Teilnehmer zusammen auf die Beine stellen und durchführen.

Achtzehn Vertiefungsartikel bieten zusätzliche Informationen und Anregungen.

Immer wieder geht es um die Frage, was der Einzelne und die christliche Gemeinde für eine gerechtere Welt tun kann:

Kurseinheit 1: Welt – einfach wegschauen?
Kurseinheit 2: Bibel – einfach überlesen?
Kurseinheit 3: Mission – einfach predigen?
Kurseinheit 4: Ich – gerechter leben?
Kurseinheit 5: Gesellschaft – gerechter gestalten?
Kurseinheit 6: Kirche – gerechter nachfolgen?

Die Frage ist: Sind wir im Sinne des Titels Just People? „nur Menschen“, deren Taten sowieso nichts bringen, oder sind wir Just People?, „gerechte Menschen“, die sich für eine bessere Welt einsetzen?

Der Micha-Kurs „Just People“ (Preis: 14,95 Euro ;inkl. MwSt, zuzügl. Versandkosten) kann für Leiter und Teilnehmer bestellt werden über just-people@micha-initiative.de .

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Auch für die Arbeit mit Kindern ist ein Kurs erschienen, der die Ziele der „Micha-Initiative“ vermittelt.

In dem Heft Cool — durch Teilen mehr bekommen erhalten Mitarbeiter von Kindergottesdiensten oder anderen Kindergruppen in 10 flexibel einsetzbaren Einheiten Anregungen zu Themen wie: „Teilen lernen“, „Erkenne deinen Wert“, „Wert der Freundschaft“ und „Kinder der Welt entdecken“. Kinder sollen ermutigt werden, die Welt mit Gottes Augen zu sehen.

In dem Heft findet sich eine DVD, Zielgedanken, Umsetzungs-, Lied- und Gebetsvorschläge, Materialhinweise, Malvorlagen, Quiz, und vieles mehr.

Der Kurs ist geeignet für die Arbeit mit 6-11-jährigen Kindern.

„Cool – durch Teilen mehr bekommen“ ist im Gerth-Verlag erschienen und kostet 27,90 € .

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Ein Ansichtsexemplar beider Kurse kann bei Michael Voss, Telefon 0157-86770177, Email: evallianzwuppertal@gmx.de , angefordert werden.

September 20, 2011 at 10:00 am Hinterlasse einen Kommentar

Gebets- und Kollektenabend für die Menschen am Horn von Afrika

Am Mittwoch, 10. August 2011, fand in der Gemarker Kirche ein Gebetsabend der Micha-Initiative im Rahmen der Evangelischen Allianz statt.

Gebetet wurde für die Menschen am Horn von Afrika, wo sich zur Zeit eine der schlimmsten Hungernöte der Geschichte abspielt. Die Teilnehmenden des Gebetsabends brachten die Situation der ca. 12 Millionen Hungernden in Somalia, Äthiopien, Eritrea, Kenia und anderen Ländern vor Gott und baten ihn, sich jedes und jeder dieser Menschen ganz persönlich zu erbarmen.

Auch die Hilfsorganisationen, die sich oft unter Gefahr für ihr eigenes Leben und ihre Gesundheit in den Hungerregionen engagieren, wurden Gott anbefohlen.

Die politisch unstabile Lage in vielen der betroffenen Länder war ebenfalls Gebetsanliegen – speziell auch, daß Gruppen wie die islamistische Al-Schabab nicht weiterhin die Hungernden terrorisiert.

Es wurde gebetet, daß die Reichen und Mächtigen dieser Welt ihr Herz öffnen und die notwendigen materiellen Mittel zur Verfügung stellen.

Schließlich wurde Gott gebeten, daß Menschen auch gerade in dieser Situation den Weg zum Glauben finden.

Da für Christinnen und Christen Wort und Tat zusammengehören, gab es eine Sammlung für die Arbeit vor Ort der Kindernothilfe und humedica. 550 € kamen zusammen.


September 20, 2011 at 8:01 am Hinterlasse einen Kommentar

Bericht von der „Micha-Woche“ in Wuppertal vom 10. bis 17. Oktober 2010

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Die Micha-Initiative setzt sich im Rahmen der Weltweiten Evangelischen Allianz aus christlicher Verantwortung für eine bessere, gerechtere Welt ein. Sie will Christinnen und Christen zum Engagement gegen globale Armut und für weltweite Gerechtigkeit begeistern. Sie fordert und unterstützt, dass die Millenniumsziele der UNO erreicht werden, und damit vor allem, dass extreme Armut bis zum Jahr 2015 halbiert wird.

Bei den Milleniumszielen handelt es sich um: Bekämpfung von extremer Armut und Hunger; Primarschulbildung für alle Kinder weltweit; Förderung der Gleichstellung der Geschlechter und Stärkung der Rolle der Frauen; Reduzierung der Kindersterblichkeit; Verbesserung der Gesundheitsversorgung von Müttern; Bekämpfung von Aids, Malaria und anderen schweren Krankheiten; Ökologische Nachhaltigkeit; Aufbau einer globalen Entwicklungspartnerschaft.

Das Jahr 2010 war ein besonderes Jahr: 2/3 der Laufzeit der Millenniumziele sind um – Zeit zur Bilanz und zu einem stärkeren Signal an die Öffentlichkeit und die Politik. Die Micha-Initiative will, dass alles dafür getan wird, um diese Ziele zu verwirklichen und weltweit Entwicklung voranzubringen. Christinnen und Christen sollen sich ihrer globalen Verantwortung stärker bewusst zu werden und Gottes Herz für die Armen und Entrechteten dieser Welt zu entdecken. Denn Gott will, wie Jesus Christus uns vorgelebt hat, Beides: Das ewige Heil der Menschen durch eine lebendige Gottesbeziehung, und ein so menschen-würdiges Leben wie möglich hier auf dieser Erde. Oder, wie Martin Luther es formuliert hat: „Wie sollen die Menschen glauben, wenn sie nichts zu fressen haben?“

Vom 10.- 17. Oktober 2010 hat es daher in Wuppertal eine „Micha“-Woche gegeben. Hier ein Bericht:

Mit einem Gottesdienst in der Freien evangelischen Gemeinde Barmen wurde am Sonntag, 10. Oktober 2010 (10/10/10) die Wuppertaler Micha-Woche eröffnet.
Michael Voss vom Arbeitskreis „Micha“ der Deutschen Evangelischen Allianz führte in seiner Predigt aus, daß die drei häufigsten Wörter in der deutschen Sprache – „der“, „die“, „und“ – das umschreiben, worum es bei der „Micha“-Arbeit, aber auch generell im christlichen Glauben geht. Gott liebt jeden Menschen, jeden „der“ und jede „die“. Diese Liebe Gottes will, daß Menschen das ewige Heil durch Jesu Tod und Auferstehung finden „und“ daß Menschen hier auf dieser Erde unter lebenswürdigen Umständen leben. Eines geht nicht ohne das andere, wie es Jesus selbst gezeigt hat, etwa als er 5000 Menschen, die seinen Worten gelauscht hatten und nun hungrig waren, mit Nahrung versorgt hat. Auch die Urgemeinde erkannte die Aufgabe des „Dienstes des Wortes“ und des „Dienstes an den Tischen“. Martin Luther hat zutreffend gesagt: „Wie sollen die Menschen glauben können, wenn sie nichts zu essen haben“. Allerdings gilt auch: „Was hülfe es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewinnt und Schaden an seiner Seele nimmt“. Entscheidend sei, Verkündigung und diakonisches Handeln nicht gegeneinander auszuspielen, sondern um Gottes und der Menschen willen miteinander zu verknüpfen.
Zum Thema passende Lieder, eine Gebetsgemeinschaft für die Ziele der Micha-Initiative, die mit dem weltweiten Micha-Gebet endete, und das Sammeln von Daumenabdrücken rundeten den Gottesdienst ab.

„Wer schweigt, fördert, was im Gange ist“- mit diesem Zitat von Gustav Heinemann erläuterte Thomas Corzilius (Pfarrer der Evangelischen Kirchengemeinde Unterbarmen) in seiner Andacht am Montag, 11. Oktober beim Micha-Abend in Köbners Kirche, dass es kein unpolitisches Handeln gibt. Das Reich Gottes ist das Kernstück des christlichen Glaubens, und Christinnen und Christen sind aufgerufen, die Welt nicht sich selbst zu überlassen, sondern den Glauben zu leben und sich für Gerechtigkeit, Erhalt der Umwelt und andere Ziele einzusetzen.
In zwei Videos wurde beispielhaft gezeigt, wie an der Elfenbeinküste Kakao angebaut wird und wie in Brasilien Orangen geerntet und zu Saft verarbeitet werden. Die gepa war die erste Organisation, die sich dafür einsetzte, dass diese harte Arbeit angemessen entlohnt wird. Mit dem Kauf von gepa- oder anderen fair gehandelten Produkten wird unterstützt, dass Menschen in den Herkunftsländern der Waren sozial abgesichert werden und die Kinder eine Schulbildung erhalten, die ihnen einen Weg in die Zukunft eröffnet.
Diese Zusammenhänge wurden deutlich bei den Ausführungen von Michael Voss (AK Micha der Deutschen Evangelischen Allianz) zur Micha-Initiative und Ulrich Jöster zur gepa. Wie Manfred Braunschweig in seiner Moderation unmissverständlich zum Ausdruck brachte, kann niemand nach der Veranstaltung nach Hause gegangen sein mit dem Eindruck, selbst doch nichts tun zu können. Das eigene Kaufverhalten kritisch zu hinterfragen und sich damit für angemessene Entlohnung einzusetzen ist nur eine von vielen Möglichkeiten.
Mit 100 Millionen Christinnen und Christen in der ganzen Welt wurde an diesem Abend und im Gottesdienst am Vortag auch das Micha-Gebet gesprochen.

Beim Micha-Abend in der Alten Wupperfelder Kirche am Dienstag, 12. Oktober war Gisela Bhatti von Oikocredit zu Gast. Sie berichtete von der Arbeit der Organisation vor Allem in Bangladesh und schilderte in sehr lebendiger Form, wie hierdurch Menschen eine Perspektive zu selbstverantwortetem Leben geboten wird. In dem Wort „Credit“ steckt „credo“, also „ich glaube“, was sowohl die christliche Grundlage der 1975 gegründeten Initiative als auch das Vertrauen in die Fähigkeit der Menschen, ihre gottgegebenen Gaben zu nutzen, ausdrückt.
Oikocredit gibt Menschen, die Möglichkeit, ihre Rücklagen sozial verantwortlich anzulegen und damit einen Gottes Liebe entsprechenden Umgang mit Geld zu pflegen. Das angelegte Geld, das mit zur Zeit 2% verzinst wird, wird eingesetzt, um Menschen in Armutssituationen einen Mini-Kredit zugeben, mit dem sie etwa Saatgut, Nutztiere oder Werkzeug kaufen und so eine eigenständige wirtschaftliche Existenz gründen können. So kann Armut überwunden und gleichzeitig vertrauen in die eigenen Fähigkeiten und Wertigkeit aufgebaut werden. Nur 10% der Personen, denen einen Mini-Kredit gewährt wird, scheitern, 80% verbessern ihre Situation, 10% entwickeln sich sogar zu „Überfliegern“, wie eine Frau, die aus einer Außenseitersituation in ihrem Wohnort bis zur Bürgermeisterin aufstieg.
Die Mini-Kredite werden in lokaler Währung gewährt, um unabhängiger von Schwankungen am Finanzmarkt zu sein. Sie sind nicht zinslos – der Gedanke an Almosen soll bewusst vermieden werden, 99,9 % der Kreditnehmer zahlen die fälligen Summen zurück. Damit ist Geld bei Oikocredit auch für Anleger sicher, verfügbar und mit „ethischem Ertrag“ angelegt. Für 20 € jährlich kann man Mitglied bei Oikocredit werden und dann Anlagen tätigen. Etliche Teilnehmer des Abends, der mit dem Micha-Gebet und dem Sammeln von Daumenabdrücken endete, zeigten sich interessiert und nahmen Aufnahmeanträge mit.

Dr. Karl Pfahler berichtete beim Micha-Abend am Mittwoch, 13. Oktober, in der Evangelisch-methodistischen Gemeinde Barmen aus der Arbeit der Kindernothilfe. Dabei stellte er den Selbsthilfegruppen-Ansatz vor, der Anfang dieses Jahrzehnts entwickelt wurde.
Der Selbsthilfegruppen-Ansatz hat sich als erfolgreiches Instrument der Armutsbekämpfung erwiesen und stärkt in grosser Armut (und damit oft auch in sozialer Ausgrenzung) lebende Menschen sozial, wirtschaftlich und politisch und gibt ihnen Würde.
Es werden arme Menschen eines Dorfes oder eines Stadtteils angesprochen und eingeladen, Mitglied einer Selbsthilfegruppe zu werden, wo sie oft erstmalig Gemeinschaft und Solidarität statt Ausgrenzung erleben. Sie erfahren gegenseitige Unterstützung und die Tatsache, daß sie als Gruppe mehr erreichen können als alleine. In den Gruppen werden Aufgaben wie Kinderbetreuung gemeinsam angegangen, verschiedene Stärken und Fähigkeiten dienen zum Nutzen Aller. Die Gruppen erfahren Beratung und Unterstützung durch fachlich qualifizierte Mitarbeitende der Kindernothilfe.
Eine Stärke des Selbsthilfegruppen-Ansatzes liegt in der Zahl der Mitglieder der Gruppen und der Zahl der Gruppen selbst. Hierdurch lassen sich auch politisch-gesellschaftliche Änderungen anstoßen, die strukturelle Ursachen von Armut bekämpfen und langfristige Entwicklungen möglich machen.
Im Gegensatz zu früheren Ansätzen wird hier nicht Einzelpersonen eine materielle Unterstützung gewährt (was nur bestimmte Menschen erreicht und gesellschaftliche Grundprobleme nicht löst). Statt dessen werden Mitglieder einer Gruppe durch Schulungen und gegenseitige (Unter)stützung befähigt, ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen. Auch die Kinder profitieren, indem sie zur Schule gehen und besser ernährt sind.
Mehrere Selbsthilfegruppen bilden übergeordnete Strukturen, so genannte Cluster, mehrere Cluster wiederum bilden eine „Föderation“. Diese vertritt dann so viele Mitglieder, daß sie politisch-gesellschaftlichen Einfluss ausüben kann.
Den Erläuterungen Dr. Pfahlers schloss sich eine Gesprächrunde mit den Besuchern des Micha-Abends an, zum Abschluss wurde das Micha-Gebet gesprochen und Daumenabdrücke gesammelt.

„Sisters in Law“ heißt der Film, der beim Micha-Abend am Donnerstag, 14. Oktober 2010, in der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde Else-Lasker-Schüler-Strasse gezeigt wurde und den Focus auf einen besonderen Aspekt der Micha-Ziele legt, nämlich die Gleichstellung und Stärkung der Rolle der Frauen (3. Milleniumsziel).
Eine Richterin und eine Staatsanwältin arbeiten in einem kleinen Ort in Kamerun und begreifen sich als Anwältinnen von Frauen, die Opfer von Gewalttaten wurden. Der Film verfolgt die Verhandlung dreier Delikte aus dem Dorf: Ein kleines Mädchen wurde von ihrer Tante brutal mißhandelt; ein anderes Mädchen beschuldigt ihren Nachbarn, sie vergewaltigt zu haben; und eine Ehefrau will sich nach Jahren der Qual von ihrem jähzornigen und machohaften Mann scheiden lassen.
Die beiden Rechtshüterinnen unterstützen und ermutigen Frauen dabei, ihre Rechte durchzusetzen und den Mut zu haben, sich gegen unterdrückende Traditionen zu wehren. Diese können dann wiederum selbst dazu beitragen, ihre Gesellschaft jedenfalls in Ansätzen menschlicher zu gestalten.
In einem von Frank Neuenhausen verlesenen Brief von Missionaren der Gemeine, die in Tansania arbeiten, wurde ebenfalls von Frauen und vor Allem auch Kinder unterdrückenden Strukturen berichtet, die für Christen – neben der Verkündigung der Frohen Botschaft – eine Herausforderung im Einsatz für von Gott gewünschte Gerechtigkeit auf dieser Erde darstellen.
Der Abend endete mit einer Gebetsgemeinschaft, dem Micha-Gebet und dem Sammeln von Daumenabdrücken.

Beim Micha-Abend am Freitag, 15. Oktober, in der multikulturellen Gemeinde Church of Peace beschreib Pastor Olivier Tra-Bi aus Côte d’Ivoire (Elfenbeinküste) die Situation in seinem Land, das einmal für afrikanische Verhältnisse als reich und prosperierend galt, aber durch Spannungen zwischen Parteien und Ethnien in eine Krise und schließlich in einen Bürgerkrieg gestürzt wurde. So leben heute zahlreiche Ivorer unterhalb der Armutsgrenze (1,25 $, die am Tag zur Verfügung stehen), die Kindersterblichkeit ist hoch, und trotz Schulpflicht gehen viele Kinder nicht zur Schule.
Tra-Bi betonte die Bedeutung der Arbeit der in der Evangelischen Allianz zusammenarbeitenden Kirchen für die Versöhnung im Land nach dem Bürgerkrieg. Die Ziele dieser Arbeit sind Frieden, Gerechtigkeit und Einheit. Gemeinden geben hier ein Beispiel, indem Menschen aus verschiedenen Ethnien und politischen Lagern dort unter dem Wort Gottes und dem Glauben an Jesus Christus als Retter und Heiland eins sind. Durch Kontakte zu und Gespräche mit Politikern und Wirtschaftsführern konnte diese Haltung in die Gesellschaft hineingetragen werden und positive Veränderungen auslösen.
Die Kirche Tra-Bis, L’Église Évangélique de Réveil, hat eine Tätigkeit begonnen, die die Felder Soziales, Gesundheit, berufliche Bildung und Arbeitsbeschaffung beinhaltet. So gibt es eine Bank für Arme oder die Ausgabe an Saatreis, die Menschen ermöglicht, durch den Anbau des Reis sich selbst mit Nahrung zu versorgen und mit der Mehrernte handeln zu können.
Auch dieser Micha-Abend endete mit dem Micha-Gebet und dem Sammeln von Daumenabdrücken.

Ein Wermutstropfen – oder besser gesagt, viele Regentropfen sorgten dafür, daß die Öffentlichkeitsaktion der Evangelischen Allianz zur Micha-Woche am Samstag, 16. Oktober, in der Elberfelder City nicht die erhoffte Resonanz hatte. Auf Grund der Witterung ließen sich nicht sehr viele Passanten ansprechen, dennoch wurden Info-Flyer über die Micha-Initiative verteilt, kam es zu einigen Gesprächen und wurden auch hier Daumenabdrücke gesammelt.

Am Sonntag, dem 17. Oktober, wurde der diesjährige Micha-Sonntag begangen. In der Elberfelder Christuskirche fand der offizielle Abschlussgottesdienst der Wuppertaler Micha-Woche statt, aber auch zahlreiche andere Wuppertaler Gemeinden feierten Micha-Gottesdienste  oder ließen die Themen der Micha-Initiative vorkommen bzw. sprachen das Micha-Gebet.
Im Abendmahls-Gottesdienst in der Christuskirche wies der Präses der Evangelischen Allianz Niederrhein-Ruhr-Südems, Michael Voss, darauf hin, daß schon immer in der Geschichte des christlichen Glauben besonderer Segen zu erleben war, wenn Verkündigung und Mission mit der Hinwendung zu den menschlichen Nöten der Menschen verbunden waren. Vom Stadtpatron Wuppertals, Laurentius, über Personen wie August Hermann Franke, Johann Hinrich Wichern oder Friedrich Bodelschwingh bis zu Mutter Theresa haben unzählige Gläubige die Notwendigkeit der gesamtheitlichen Mission, des „und“ von Wort und Tat, erkannt. Sie können heutigen Christen hierin Vorbild sein.
Bei der Einleitung des Abendmahls betonte Voss, daß hierbei die Gläubigen sozusagen mit an dem Tisch sitzen, an dem Jesus vor seinem Tod das letzte Mahl mit seinen Jüngern eingenommen hat. Durch Jesu Sterben und Auferstehung ist das Abendmahl Einladung Gottes an alle Menschen, sich hier einzugliedern und so Heil der Versöhnung mit Gott zu erfahren, und es ist die Ermahnung des Herrn, auch die materiellen Güter dieser Welt zu teilen.

 

Oktober 18, 2010 at 11:55 pm Hinterlasse einen Kommentar

Micha-Fest in Wuppertal am 22. September 2007

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Am Samstag, 22. September 2007, fand von 11.00 bis 17.00 Uhr erstmals ein „Micha-Fest“ statt, zu dem die Evangelische Allianz zahlreiche Organisationen eingeladen hatte, die im Sinn der Micha-Initiative tätig sind. Ort des Micha-Festes war der Johannes-Rau-Platz in der City von Wuppertal-Barmen. (mehr …)

Oktober 15, 2009 at 5:25 pm Hinterlasse einen Kommentar


Evangelische Allianz Wuppertal

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